Leitbild

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Die „Sozialpädagogischen Familien“ sind am humanistischen Menschenbild orientiert.

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Leitbild

Mit viel Herzblut und Engagement sind die Sozialpädagogischen Familien aus der Kinderhaus – Bewegung der 70er Jahre entstanden. 1985 gründete der Träger Ernst Thalmann zusammen mit seiner Frau Annette Teigeler-Thalmann ein Kinderhaus. Hieraus entstanden 1993 die Sozialpädagogischen Familien Thalmann.

Damals wie heute sind die Sozialpädagogischen Familien am humanistischen Menschenbild orientiert.

Ziel unserer Arbeit ist es, Ressourcen von Eltern und Kindern wieder freizulegen, aufzubauen und zu stärken, damit ein selbstbestimmtes Leben in Achtung der physischen und psychischen Unversehrtheit von Kindern, Jugendlichen und deren Eltern wieder möglich wird.

An den folgenden Leitsätzen richten wir unser Handeln im Alltag mit Kindern, Jugendlichen und deren Eltern aus.

Jeder Mensch hat das Recht auf Freiheit, Selbstbestimmtheit und Selbstentfaltung. Dieses Recht ist unabhängig von Geschlecht, Religion, Kultur und ethnischer Herkunft.

Das bedeutet für uns, dass wir die Unterstützung von Mädchen wie Jungen, Müttern wie Vätern, Mitarbeitern wie Mitarbeiterinnen für gleichermaßen wichtig und erstrebenswert halten. In unseren Wohngruppen und in unseren SPLG´s begegnen wir sowohl den Kindern als auch den Herkunfseltern mit Achtung und Respekt – unabhängig von Religionszugehörigkeit und Nationalität. Wir sehen es als pädagogischen und gesellschaftlichen Auftrag an, uns für ein Klima der Toleranz und Akzeptanz von Verschiedenartigkeit einzusetzen und dies vorzuleben.

Kinder brauchen ein positives inneres Bild von ihren leiblichen Eltern, um eine eigene positive Identität zu entwickeln.

Biographiearbeit mit Kindern und Eltern sowie Begegnung der Herkunftseltern mit Wertschätzung und Verständnis sind wesentliche Bestandteile unserer Arbeit. Nur wenn Kinder – trotz aller vorhandenen Defizite und Schwierigkeiten im Herkunftssystem – die Chance bekommen, auch positive Absichten und Verhaltensweisen der Eltern zu erkennen, kann das Kind ein positives Selbstbild aufbauen und somit der Grundstein für eine positive und selbstbestimmte Lebensgestaltung gelegt werden.

Jedes Verhalten hat in der Lebenswelt des Handelnden einen Sinn.

Dieser Grundsatz bedeutet für uns, dass wir sowohl in der Arbeit mit Kindern, als auch in der Arbeit mit Eltern immer wieder bemüht sind, uns in die Sichtweise und Lebenswelt “des anderen” hineinzuversetzen. Wir nutzen ein systemisches Verständnis von der Entstehung und Aufrechterhaltung von Problemen – und Lösungen. Nur so können in Kooperation und Zusammenarbeit mit allen Beteiligten Aufträge für Verhaltensveränderungen entstehen, die nicht aus Druck oder Zwang formuliert werden, sondern die in der Lebenswelt der/des Betroffenen Sinn ergeben. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es zu andauernden und grundsätzlichen positiven Verhaltensänderungen kommt und die Hilfemaßnahme erfolgreich verläuft.

Jeder Mensch hat Ressourcen.

Ob Kinder oder Erwachsene – Menschen haben viele Ressourcen in sich, die es zu wecken lohnt. Wir glauben, dass jeder Mensch grundsätzlich über die Ressourcen verfügt, die er benötigt, um das eigene Leben (wieder) positiv, selbstbestimmt und mit Lebensfreude zu gestalten. Wir bieten den bei uns aufgenommenen Kindern die Möglichkeit, diese Ressourcen zu entdecken und zu stärken. Im Rahmen von Elternarbeit möchten wir in Kooperation mit den Eltern die elterliche Präsenz stärken, dazu ermutigen, Erziehungsverantwortung wahrzunehmen und den Blick auf die Bedürfnisse der Kinder und auf die eigenen Bedürfnisse zu sensibilisieren und hierzwischen differenzieren zu können.

Jeder Mensch braucht verlässliche Bezugspersonen.

Um selber beziehungs- und bindungsfähig zu sein, braucht jeder Mensch in seiner Kindheit verlässliche Bezugspersonen. In Orientierung an die Bindungstheorie bieten wir in unseren Sozialpädagogischen Lebensgemeinschaften und in unseren Wohngruppen Kindern Lebensorte, die Sicherheit, Kontinuität und Geborgenheit vermitteln. Je nach Entwicklungsstand und möglicher vorhandener Bindungsstörung kann für ein Kind entweder ein enges Bezugssystem (Sozialpädagogische Lebensgemeinschaft) oder ein etwas weiter gefasstes Bezugssystem (Wohngruppe) geeignet sein.

Vernetzung
„Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf.“

Dieses afrikanische Sprichwort verdeutlicht für uns die besondere Bedeutung der Vernetztheit, des Schulterschlusses und der Zusammenarbeit mit Lehrern, Psychologen, Sozialarbeitern aus Jugendämtern oder anderen Einrichtungen, Nachbarn…. und anderen Personen im kleinen wie großen Umkreis der bei uns aufgenommenen Kinder. Nur gemeinsam wird es letztlich gelingen, auch sogenannten “schwierigen Kindern” (Systemsprengern) den Halt, die Sicherheit und die Orientierung zu geben, damit ein erfülltes, selbstbestimmtes Leben gelingt.

 

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