Neue Autorität

Eine wichtige pädagogische Säule unserer Einrichtung ist die Pädagogik der „Neuen Autorität“ (nach Haim Omer).

Haim Omer, geb. 1949, ist ein israelischer Psychologe und Autor, der im deutschsprachigen Raum v.a. durch seine Schriften aus der Bereich der Erziehung bekannt geworden ist.

Um auf die Autoritätsprobleme der heutigen Zeit eine Antwort zu geben, entwickelte er gemeinsam mit Arist von Schlippe ein Konzept der elterlichen Autorität durch Beziehung und Präsenz – ohne Gewalt.

Omer entwickelte dieses Konzept der „Neuen Autorität“ vor dem Hintergrund der systemischen Therapie und der Humanistischen Psychologie, bezieht aber auch verhaltenstherapeutische Vorgehensweisen mit ein.

Wir begreifen diese handlungsweisende Theorie als Ergänzung und Fortführung der Systemischen- und Bindungstheorie. 34 unserer MitarbeiterInnen nahmen an der Fortbildung zur Neuen Autorität teil (2014 – 2016) mit dem Abschluss „Systemischer Elterncoach“.

Wir sehen die Neue Autorität als verbindendes Haltungs- und Handlungskonzept.

Die Neue Autorität zeigt uns in der täglichen Arbeit neue Wege auf. Themen, wie „Präsenz, Stärke statt Macht, Transparenz herstellen und Netzwerke suchen“ eröffnen uns neue Handlungsoptionen in der Arbeit mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen. Auch Eltern werden von uns nach Möglichkeit als Unterstützer genutzt.

Kinder mit Misshandlungserfahrungen zeigen sich oft kontrollierend, aggressiv und interessiert an Macht. Diese Kinder erlebten einen Mangel bzgl. folgender Grundbedürfnisse:

  • Sicherheit und Schutz / Bindungssicherheit
  • Unterstützung
  • Zugehörigkeit

Eine wichtige Ankerfunktion in der Neuen Autorität stellt daher die Bindung dar, welche u.a. durch starke Präsenz gelebt wird. Hier entsteht die Verbindung zwischen der neuen Autorität und der Bindungstheorie.

Wir arbeiten beharrlich an der Beziehung zu den uns anvertrauten Kindern und Jugendlichen mit dem Angebot: „Ich bleibe da, auch wenn es schwierig wird, ich bleibe an deiner Seite“.